Bild Dirk Berges

Lebensmotto:

„Dinge, die man tut, sollte man mit dem Herzen machen.“

Kraftquellen in der Freizeit:

„Wandern, Fahrradtouren, klettern, Aktivurlaub“

Dirk Berges

Altenpflegefachkraft, DRK Pflege- und Betreuungsdienst in Ober-Ramstadt

„Seit 2015 arbeite ich im Pflegebereich. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Ausbildung zum Altenpfleger angefangen. Im ambulanten Dienst versorge ich heute gemäß der Tourenplanung Patienten zu Hause. Ich übernehme Aufgaben in der Behandlungspflege, aber auch in der Grundversorgung; ich helfe aus, wenn Kolleginnen oder Kollegen fehlen.

Eigentlich wollte ich nach meinem Zivildienst Mitte der 1980er-Jahre die Ausbildung zum Altenpfleger absolvieren. Aber davor hatte ich bereits meine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen. Eine weitere Ausbildung hätten meine Eltern nicht finanziert. Und so habe ich erst einmal auf diesem Beruf aufgebaut und noch nebenberuflich ein BWL-Studium abgeschlossen.

Die Abläufe in der Wirtschaft sind allerdings sehr stark von dem Streben nach dem größtmöglichen Profit geprägt. Menschen sind im Extremfall nur eine Zahl auf der Payroll. Und so war meine Work-Life-Balance in diesem Bereich nicht wirklich gut. Meine Kinder habe ich kaum gesehen.

Zum Glück hat meine Frau eine Veränderung ermöglicht. Erst habe ich freiberuflich betriebswirtschaftliche Beratungen angeboten, bis ich mich zur Ausbildung zur Altenpflegefachkraft entschlossen habe.

Es gibt viele Menschen, die einsam zu Hause leben. Sie können durch das Alter und ihre Gebrechlichkeit nicht mehr an sozialen Aktivitäten teilnehmen. Einige schaffen es, ihre Krankheiten zu akzeptieren, andere nicht. Es ist nicht leicht. Umso schöner ist es, wenn man helfen kann.

Menschen, die wir pflegen und versorgen, merken, wenn wir unsere Arbeit gern machen. Sie öffnen sich und geben unglaublich viel zurück: Das äußert sich in Dankbarkeit, Wertschätzung und Achtung.

In der Pflege zu arbeiten heißt, authentisch zu arbeiten. Hier versteckt sich niemand hinter einer Fassade. Das ist in der Wirtschaft anders. Leider finden soziale Leistungen nicht die Anerkennung – auch die finanzielle nicht –, wie handwerkliche oder die Arbeit in der Industrie. Im Moment ist es vor allem die positive Balance durch die soziale Arbeit, die diesen Beruf erstrebenswert macht.“

Tipps für Berufseinsteiger und Berufsanfänger:

„In der Pflege zu arbeiten heißt, einen ehrlichen, anständigen und schönen Beruf zu ergreifen. Es ist ein guter Beruf für Männer und Frauen, auch wenn darin vorwiegend Frauen arbeiten. Wichtig ist eine gute, psychische Stabilität. Sonst könnte der Beruf belastend sein. Wichtig ist auch, die Erfahrungen des Tages nicht mit nach Hause zu nehmen.“